Komplexe und Selbstwertgefühl

Wieviel Zeit, Geld und Gedanken hast Du heute schon in Deine Schönheit investiert?
Gibt es an Deinem Körper etwas, das Du hasst und gern ändern würdest?

…Kein Wunder. Allen Frauen geht es so. Praktisch allen.

Weibliches Selbstbild heute

Unglaublich – aber wahr: Keine Frau findet sich schön.
Erschreckend sind die Ergebnisse von Umfragen, die Frauen und ihre optische Selbsteinschätzung betreffen:
(Aus der internationalen Dove-Studie 2005 unter 3.300 Frauen und Mädchen)

  • 98% aller Frauen finden sich nicht schön.
  • 95% aller Diäten funktionieren nicht.
  • 92% aller Mädchen würden, wenn möglich, etwas an sich ändern lassen.
  • 73% aller Frauen und Mädchen denken, ein Gewicht unterhalb des Normalgewichts, sei am attraktivsten.
  • 72% aller Mädchen schließen sich selbst von bestimmten Aktivitäten aus, wenn sie sich nicht schön genug vorkommen.
  • 66% aller Frauen haben erkannt, dass das Idealbild aus Medien und Werbung unrealistisch und unerreichbar ist.
  • 50% aller Frauen halten sich für zu dick. – auch 50% der Mädchen unter 15 Jahren.
  • 25% aller Mädchen zwischen 7 und 10 Jahren haben schon eine Diät gemacht.
  • 24% aller Teeny-Mädchen würden eine Schönheitsoperation an sich vornehmen lassen.
  • 13% aller Mädchen zwischen 15 und 17 haben Essstörungen.

Junge Frauen brauchen wieder mehr Selbstwertgefühl
Die Zahlen der Essgestörten in Deutschland sind besorgniserregend.

Die ärztlich bekannten Fälle liegen bei:

  • Bulimie ~ 800.000
  • Magersucht ~ 100.000

Die Dunkelziffer geht sehr wahrscheinlich in die Millionen. Es gibt Schätzungen über 3 Millionen BULIMIE-Kranke. Vorwiegend Frauen, im Alter zwischen 18 und 35 Jahren.

Warum ist das Verhältnis zum eigenen Körper bei Frauen so miserabel? Wieso haben wir so ein geringes Selbstwertgefühl? Woher kommt unser geringes Selbstbewusstsein?

Der Zusammenhang von Werbung und Essstörungen und Komplexen ist erwiesen:

Das Parade-Beispiel: Auf den Fiji-Inseln – einer Inselgruppe im Südpazifik..

Bis in die 90er Jahre waren die Bewohner der Fijis noch unbeeinflusst von Konzernen und Medien.
1995 ging dort ein US-amerikanischer Fernsehkanal auf Sendung. Innerhalb von 2 Jahren entwickelte sich ein bisher völlig unbekanntes Problem:
15% der Mädchen hatten Bulimie.

Wie bei uns zeigte die Fernsehwerbung ständig den gefälschten und unterernährten Idealkörper. Und wie bei uns zeigten alle Sendungen, Filme und Berichte fast immer den gleichen Frauentyp – untergewichtig, stark geschminkt, mit dem Computer stark nachbearbeitet.

So wuchs bei den Mädchen das Bedürfnis nach der unechten, manipulierten Schönheit.

Sie verglichen sich mit den Frauen im Fernsehen und – wie könnte es anders sein – bekamen Komplexe wegen ihres Aussehens, die sie ohne die Manipulation durch derartige Werbung nie gehabt hätten.
Neben dem Drang, die beworbenen Produkte zu kaufen, entwickelten sie massive Essstörungen. Die Kosmetik- und Bekleidungskonzerne unserer westlichen Kultur erzeugen Körperhass – und exportieren ihn in andere Kulturen. Das ist eine Seuche für die Menschheit, für uns Frauen.

Die Konzerne berauben uns unserer eigenen Körper, weil uns in ihrer Werbung gezeigt wird: Nur das ist der Idealkörper, in dem ihr euch sicher fühlen könnt. Nur mit so einem Körper könnt ihr leben, und werdet begehrt.

Ein System, in das wir hier ganz selbstverständlich hineingeboren wurden. Deshalb hinterfragen wir normalerweise nicht, warum überall, immer und ständig die immergleichen gefälschten Bilder gezeigt werden:

Warum die Barbie keine echten menschlichen Proportionen hat, sondern eine Karrikatur des künstlichen Schönheitsideals der Konzerne ist.

Warum Vorbildfrauen in den Medien immer untergewichtig sind, mit Silikon ausgestopft und stark geschminkt.

Warum Schaufensterpuppen nicht leben könnten.

Dass die Serie „Desperate Housewifes“ die gezielte Hinführung auf die Werbeblöcke ist, die millionen Zuschauerinnen ein Haarfärbeprodukt zeigen. Beworben wird es von einer der Hauptdarstellerinnen, die genau dem Schema der Manipulation entspricht.

Denn Geld wird mit dem Verkauf von Beauty-Produkten gemacht. Nicht mit einer Fernsehsendung. Die ist nur die Bedürfnis-unterstützende Umgebung für die Bedürfnis-erzeugende Werbung.

Das Phänomen der Fijis gilt auch für Deutschland!

In der ehemaligen DDR, dem heutigen Osten Deutschlands, kannte man bis 1990 kaum Essstörungen. Nach der Wiedervereinigung mit Westdeutschland kam der westliche Kapitalismus, die großen Konzerne mit ihrer permanenten Werbung, in die neuen Bundesländer. In kurzer Zeit explodierte die Zahl der Erkrankungen an Essstörungen.

In arabischen Ländern sind Essstörungen ein Zeichen von Verwestlichung. In Afrika galten sehr dünne Frauen bislang als unbegehrenswert – was sich mit dem Einzug westlicher Medien jetzt plötzlich ändert. (PresseAnzeiger)

Früher waren Diäten dort kein Thema. Jetzt schon. Fang an zu hinterfragen!

Fazit: Wir werden Hirngewaschen und manipuliert, und das ununterbrochen. Es ist uns nur so vertraut, so selbstverständlich im tagtäglichen Leben, dass wir nie bewusst darüber nachdenken. Weil es so „normal“ ist, denken wir nie „oh, warum muss da jetzt schon wieder so eine manipulative Werbung kommen?!“ Aber wenn man einmal verstanden hat, wie das System funktioniert – und dass überhaupt kein Glamour und keine Traumwelt hinter allem steckt, sonder knallharte Konzern-Aktionäre, die nur ihren Profit auf Kosten unserer Gefühle und Gesundheit wollen.. dann wird es leichter und leichter „nein“ zu sagen. „Nein, das kaufe ich nicht. Die Werbung ist zwar umwerfend ästhetisch gemacht, aber ich lasse mich davon nicht mehr verarschen“. Wenn Du mal soweit bist, dann huraaa :)!

Quellen u.a.: Angstnetz | Hochgratklinik | PresseAnzeiger