Die Bulimie Ursache Nr. 1

Die Ursachen für Bulimie sind vielfältig, sagt man. Und das stimm auch. Es gibt nicht die eine exakte Ursachen-Liste, die immer zur Bulimie führt. Aber es gibt Dinge, die häufig zutreffen und Konstellationen von Ursachen die wahrscheinlich sind, weil sie statistisch häufiger zutreffen als andere. Wie bei allen möglichen Themen, gibt es aber doch eine Essenz, einen Kern, den man als Basis erwähnen muss. Die wichtigste allgemeine Ursache von Bulimie ist auf den Punkt zu bringen:

Bulimie ist ein Angststörung

Die allgemeine, immer zutreffende Ursache, die alle Betroffenen gemeinsam haben, ist Angst. Medizinisch-psychologisch gehört Bulimie in die Kategorie der Angststörungen.

Deshalb ist eines ganz ganz wichtig, wenn Du Bulimie überwinden willst: Stelle dich dem Theme der Ängste in dir. Lerne deine Ängste kennen, lerne ihnen ins Auge zu sehen. Arbeite ganz gezielt mit diesen Ängsten. Das ist im Endeffekt der Schlüssel zu allem. Alles andere liegt quasi drüber. Deine Essgewohnheiten zu betrachten und dir da Pläne machen und an deiner Disziplin zu arbeiten – das wäre alles zu früh bzw oberflächlich. Damit kannst du anfangen, aber wenn du nur das betrachtest und nicht den Kern des Problems, sind Rückfälle und Frust fast vorprogrammiert. Wenn du deine Angststörung nicht erstmal unabhängig von deiner Essstötung angehst – die ja nur die Folge an der Oberfläche darstellt – dann ist der Kampf gegen die Bulimie nicht nachhaltig.

Ok, wie packt man seine Angst nun an der Wurzel, um sie auszureissen?

Erstmal tut es gut einmal festzuhalten, dass alle Menschen ihr Leben lang Ängste haben. Vor verschiedenen Dingen, in verschiedenen Ausprägungen. Aber wenn man Menschen sehr persönlich kennen lernt, ist man oft überrascht, was sie für Ängste haben. Auch welche, die man nie vermutet hätte. Angst ist also normal, ein menschlicher Urinstinkt. ABER: Es darf nicht ein unterschwelliges Gefühl von Angst so beherrschend im Leben werden, dass sie das Leben bestimmt. Also befasse dich mit dem, was dir die schlechten Gefühle macht.

Das ist unangenehm und schmerzhaft, aber es gibt keine Weg außenrum. Und meistens sind uns unsere Ängste und Sorgen doch ohnehin mehr oder weniger präsent. Sich dann mal intensiv mit ihnen zu befassen und ihnen ins Auge zu sehen, kann oft sogar Erleichterung verschaffen. Angst kann durch Beschäftigung damit bereits reduziert werden. In dem man sich z.B. die schlimmsten Szenarien, die sein können, schonmal intensiv ausmalt. Als müsste man sie gerade durchleben. Und das kann oft Erleichterung verschaffen, denn man sieht, so schlimm dass hinterher der Kopf ab ist, kann es nie sein. Und Dinge die man sich schon einmal so und so schlimm ausgemalt hat, werden dann in der Realität meist nie eintreffen. Das ist die Erfahrung fast aller Menschen. Aber ich weiß, wer an Bulimie leidet, hat meist mehr als eine bestimmt Phobie. Angst kann hier innerlich weiter gestreut sein. Aber auch bei diffuseren oder „tieferen“ Ängsten kann man daran arbeiten.

Ich habe einen eigenen Post dazu verfasst, wie du die Ängste langsam anpacken kannst:

Bulimie besiegen – Erste Schritte