Hypnose gegen Esssucht – warum es nicht hilft

Hypnose wird von Laien oft missverstanden. Viele kennen den Begriff aus dem Fernsehen, wo ein Schau-Hpnotiseur dann irgendjemanden dazu bringt, einfach umzufallen oder etwas unter Hypnose zu tun, wovon er dann nichts mehr weiß. Das ist allgemein Quatsch und mit seriöser Hypnose auch nicht gemeint.

Was ist Hypnose wirklich & was ist damit möglich?

Die Hypnose ist ein therapeutisches Mittel, dass eine Hilfestellung darstellen kann um Gefühle zu beeinflussen. Wenn man bei einer Hypnosesitzung „in Trance“ versetzt wird, dann ist das nicht so, dass man den Verstand verliert. Man wird vielmehr in einen bestimmten halbschlafähnlichen Zustand versetzt. Ein natürlicher Zustand, bei dem man völlig entspannt ist. In diesem gelösten leicht, schläfrigen Entspannungszustand (man schläft aber nicht wirklich, es ist nur wie der Moment bevor man gleich ganz wegdriftet) ist das Unterbewusstsein nun besonders aufnahmefähig. Man bekommt aber schon bewusst mit, was man aufnehmen soll. In diesem gelösten Trance-Zustand soll die Aufnahme nur nachhaltiger und tiefer sein. Tranceähnliche Zustände in der Form haben wir alle übrigens immer wieder im alltäglichen Leben. Man kann z.B. beim Autofahren ein bißchen in Trance fallen, oder beim Spazieren oder wenn man ASMR erlebt.

Warum Hypnose gegen Esssucht nicht half

Ich kenne nun langjährig einen Mann, der schwer an Esssucht leidet. Er hat schon viele Diäten probiert und dann eben auch mal einen Hypnosetherapeuten aufgesucht. Das war wohl ein geheimtipp den er bekommen hatte. Er hatte sich also erhofft, dass er dort hingeht, und der Hypnosetherapeut ihm das Verlangen übermäßig zu essen „weghypnotisiert“. Das geht deshalb nicht, weil Hypnose keine Zauberei ist. Es wird im Gehirn nichts verändert, was nicht von selber da ist.

Ist Hypnose deshalb schlecht unf zwecklos? Nein garnicht. Man muss nur eins verstehen: Hypnose ist ein unterstützendes Hilfsmittel, um etwas zu verstärken, das man von selber schon aktiv bearbeitet. Hypnose hätte ihm dann geholfen, wenn er es als seine eigene Verantwortung erkannt hätte, seine Essgewohnheiten zu verändern. Und wenn er erkannt hätte, dass er das Bedürfnis zu essen mit etwas anderem ersetzen muss. Er hätte sich also eine Leidenschaft suchen müssen, die er dann lieber tun würde als essen. Die ihm das viele Gefuttere ersetzen würde. Und diese Idee hätte er in der Hypnose verstärken können. Das nur als Beispiel.

Er dachte aber, dass er am liebsten ganz viel isst, er aber weiß dass das nicht gesund ist, und er wäre lieber weniger fettleibig wenn man es ihm schenken würde – und nun legt er sich mal zum Hypnosetherapeuten aufs Sofa – und der soll dann mal machen. Wie wenn man zum Frisör geht. „Hier mach mal meine Haare schön!“. „Hier mach mich mal nicht essen wollen, mach mich mal schlank werden..“ Das geht natürlich nie. Die Verantwortung für den Körper hat man immer selber, man muss ihn selber schlank machen.

Und es muss einem bewusst sein, dass man das selber tun muss. Und dieser Willen und dieses Bewusstsein kann dann von Hypnose noch intensiviert und vertieft werden. Aber nach der Hypnose gegen Essucht einfach nachhause zu gehen und zu erwarten, dass man nun einfach nicht mehr essen will, obwohl man es heute morgen noch verdammt wollte.. und vor allem – ohne einen Ersatz fürs Essen – ist vollkommen verfehlt.

Deshalb ganz wichtig: Wer Bulimie oder Esssucht hat, braucht eine Alternative, einen gesunden Ersatz für die Sucht. Die Art von Erfüllung, die die Sucht überflüssig macht.