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Bulimie / Bulimia nervosa

Die Bulimie (lat. bulimia nervosa, auch Ess-Brechsucht oder Ochsen- bzw. Stierhunger genannt,) gehört zusammen mit der Magersucht (griech.-lat. anorexia nervosa) und der Esssucht zu den Essstörungen.

Bulimie allein bezeichnet streng gesehen lediglich das Symptom des Heißhungers und wird dann auch als Hyperorexie (griech. aus „über-“ und „Appetit“) bezeichnet. Sie tritt in diesem Sinne auch bei Unterzuckerung aus körperlicher Ursache (z. B. Diabetis mellitus).

Bulimie, Bulimia Nervosa, Bulemie
Bulimie – man fühlt sich immer zu fett.

Wer hat Bulimie?

Von der Bulimia nervosa sind überwiegend (zu 90-95 %) Frauen betroffen. Es gibt keine brauchbaren Zahlen, wie viele Frauen betroffen sind. Statistiken zählen etwa 2% aller jungen Frauen in der Adoleszenz und im jungen Erwachsenenalter, die als Betroffene erfasst wurden.

Aber die Dunkelziffer ist wesentlich höher. Berufsgruppen, bei denen geringes Körpergewicht für das Ausüben des Berufs verlangt oder vorteilhaft sind (z. B. Fotomodell, Tänzer, Skispringer), sind für diese Krankheit besonders anfällig.

Falsche Schreibweisen:
Bullemie, Bulemie, Bolemie, Bollemie, Bullimie
 

Merkmale der Bulimie

Bulimie-Betroffene sind meist normalgewichtig, können auch unter- oder übergewichtig sein. Sie werden von häufigen Heißhungerattacken heimgesucht und versuchen, ihr Gewicht durch Erbrechen, Hungern, Diäten, ausgiebigen Sport oder den Missbrauch von Abführ- oder Brechmitteln zu kontrollieren.

Die Essanfälle treten mehr oder weniger regelmäßig auf – zwischen zwei Attacken können mehrere Wochen liegen, das Essen und anschließende Erbrechen kann auch mehrmals täglich erfolgen.

Während der Essanfälle verlieren Bulimiker die Kontrolle über sich selbst und über die Nahrungsmengen, die sie verschlingen.

Die Essanfälle können aber auch geplant stattfinden. Gründe für das anschließende Erbrechen sind vor allem die Angst vor einer möglichen Gewichtszunahme sowie Scham über den eigenen Kontrollverlust/das eigene Versagen.

Auch müssen sich Betroffene oft allein schon wegen der Unmenge im Magen übergeben. Dieses Wechselbad zwischen Hungern und Essen mit anschließendem Erbrechen, Abführen oder Abtrainieren hat der Bulimie auch den volkstümlichen Namen Ess-Brech-Sucht gegeben.

Diese so genannte Ess-Brech-Sucht beginnt oft in einem wenig höheren Alter als die Magersucht, etwa mit 17 oder 18 Jahren (oft schließt sie an eine voran gegangene Magersucht an, wenn von außen betrachtet ein Rückgang der Magersucht erzielt wurde und die Patientin/der Patient wieder zu Essen begonnen hat)..

Die Betroffenen leiden meistens unter einer gestörten Selbstwahrnehmung und/oder einer Körperschemastörung (Dysmorphophobie).
 
Wie auch die Magersüchtigen empfinden sie sich immer als zu dick, doch sind sie häufig, im Gegensatz zu den Magersüchtigen, normalgewichtig. Die Ursachen der Bulimie ähneln denen der Magersucht. Nicht selten geht der Bulimie eine anorektische Phase voraus oder wechselt sich mit Phasen der Anorexie ab.

Folgeschäden bei Bulimie

Bulimie kann akut lebensgefährlich werden. Durch ständiges Erbrechen kann es zur Entzündung der Speiseröhre kommen. Das erhöhte Magensäureangebot im Mund schädigt bei lang anhaltender Symptomatik die Zähne. Die massive Störung des Elektrolyt-Haushaltes (Kalium-, Eisen-, sowie Calciummangel) kann zu Herzrhythmus- störungen führen und somit lebensbedrohlich werden.

Bulimieerkrankte versuchen meist, ihre Krankheit zu verbergen. Dadurch wird sie oft erst mehrere Jahre, nachdem sie begonnen hat, erkannt/eingestanden und behandelt.
Eine frühzeitige Behandlung ist besonders wichtig, da die Aussichten auf vollständige Genesung mit jedem weiteren Jahr der Erkrankung sinken.

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Bulimie - häufige Fressattacken

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